Übersicht der Nationen
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von verschiedenen Autoren

ÜBERSETZT VON MATTHIAS UBBEN
 

Inhalt: Deutschland, England, Frankreich, Italien, Österreich, Osmanisches Reich, Rußland.


Deutschland

Herrscher 1901: Kaiser Wilhelm II., König von Preußen
Hauptstadt: Berlin
Nachbarn: Frankreich, Rußland, Österreich, Italien und Großbritannien

Wie alle Länder in der Mitte Europas ist das Deutsche Reich eher ein schlechtes Los. Man gewinnt mit dem Deutschen Reich nur sehr selten. Sage und schreibe 5, in Worten "fünf", Staaten grenzen an das Reich. Außer der Türkei sind alle in der Lage, dich im ersten Jahr zu ärgern. Spielst du schwach, so bist du innerhalb kürzester Zeit weg vom Fenster. Ein gut gespieltes Deutsches Reich kann sogar gewinnen. Es braucht aber viel harte Arbeit und eine Menge Geduld. Wie Österreich hat Deutschland das Problem, sich nicht ausdehnen zu können, ohne eine Seite zu entblößen.

Eröffnungen

Blitzkrieg: F Kie - Den, A Ber - Kie, A Mun - Ruh
Mit diesem Zug setzt du auf rasche Expansion. Dänemark, Belgien und Holland kannst du im ersten Jahr erreichen. England und Frankreich werden aber auch Interesse an Belgien haben. Es ist in Ordnung, wenn du einem der beiden Halunken Belgien schenkst, um eine Allianz zu sichern.

Nimm Frankreich: F Kie - Hol, A Mun - Bur, A Ber - Kie
Durch diesen Zug übst du mächtig Druck auf den Franzosen aus. Dänemark nimmst du im Herbst sicher mit deiner Armee. Holland ist schon in deinem Besitz. Von da aus kannst du verhindern, daß England oder Frankreich sich Belgien schnappen. Bekommst du Burgund, vereitelst du die Expansion des Franzosen drastisch. Er muß dann nämlich Paris und Marseille vor dir verteidigen.

Barbarossa: F Kie - Den, A Mun - Sil, A Ber - Pru
Im ersten Jahr gegen Rußland zu ziehen ist ein waghalsiger Zug. Für Rußland ist das sehr schlecht, da der Bär das auf keinen Fall erwarten wird. Dein Problem dabei ist, das deine Westfront völlig offen ist. England und Frankreich müssen bei diesem Plan schon mitspielen. Im nächsten Jahr bist du für die beiden allerdings ein schmackhaftes Opfer.

Allianzen

Deutschland muß mit allen Staaten (außer der Türkei) Verhandlungen aufnehmen.

Rußland: Rußland nimmt Deutschland seltenst als erstes aufs Korn. Schweden ist das erste Ziel des Zaren im Herbst 1901. Du könntest es ihm streitig machen, indem du die Flotte von Kie nach Den und im Herbst nach Swe ziehst. Ich würde die Flotte immer nach Den ziehen lassen, um gegen den Russen eine Option zu haben oder bei einem zu stark werdenden Briten den Russen bei der Verteidigung Skandinaviens zu unterstützen.

England und Frankreich: England und Frankreich werden sich eventuell verbünden. Du bist ihr Ziel. Jeder denkt in diesem Spiel über Deutschland als sein nächstes Opfer nach. Wenn die beiden sich gegen dich zusammentun, so kannst du a) versuchen, deine Position zu halten und b) darauf hoffen, das eine andere Macht an deinen Flanken dir zu Hilfe eilt. Du brauchst die Unterstützung Rußlands im Norden. Besser ist es, wenn Frankreich oder England auf deiner Seite stehen und kämpfen.

Österreich-Ungarn: Österreich ist Deutschlands historische Blutsverwandte. Ein Krieg zwischen euch ist eigentlich nicht denkbar (und schon gar nicht ratsam). Eine Allianz hat einige Vorteile. Der größte Punkt, ist, das deine Rückseite (und die des Österreichers) frei bleiben kann. Ein Austausch von Informationen zwischen euch ist zudem sehr hilfreich.

Italien: Italien ist ein kritisches Element in deiner Beziehung zu Österreich. Ständig mißtrauen sie einander, da Venedig und Triest dicht an dicht beieinander liegen. Italien muß vielleicht unter Druck gesetzt werde, um sicher zu gehen, daß die beiden da unten Frieden halten. Es ist absolut notwendig, daß Italien von einem Angriff auf Österreich abgehalten wird. Sollte England sich mit Frankreich verbünden, so ist Italien ein guter Partner für dich, um dem Franzosen im Süden ein Schnippchen zu schlagen.

Das Mittelspiel

Wir nehmen mal an, daß die Ostfront für Deutschland zunächst kein Thema ist. Rußland, Österreich, die Türkei und vielleicht auch Italien beschäftigen sich untereinander.

In diesem Fall kann sich Deutschland ganz auf die Vernichtung eines der westlichen Länder konzentrieren. England ist, denke ich, die größere Bedrohung. Deshalb würde ich in den Jahren 1902-03 einen Krieg mit dem Briten anzetteln. Der Schlüssel dafür liegt in der Nordsee. Der Engländer wird die Nordsee mit allen Mitteln zu verteidigen suchen. Du benötigst für die Einnahme die Hilfe des Franzosen. Die Vorteile der Zusammenarbeit mit dem Franzosen sind leicht zu erkennen. Nachdem die Zentren auf der Insel unter euch aufgeteilt worden sind, habt ihr keine Gefahr mehr im Rücken und könnt euch beide dem Osten zuwenden.

Es ist immer notwendig, die anderen Mächte davon zu überzeugen, daß ein Krieg mit euch nicht sinnvoll ist. In der Tat ist immer der Feind deines Feindes dein Freund.

Im Mittelspiel könntest du auf eine Unterstützung eines nicht ganz so starken Partners umschwenken (vielleicht Österreich oder Rußland), um eine größere Macht unter Kontrolle zu halten. Die kleinen kannst du später immer noch erledigen. Natürlich haben deine Gegner dasselbe im Sinn. ;-)

Mehr als die meisten anderen Staaten muß Deutschland feinfühlig regiert und geführt werden. Treibe reichlich Diplomatie und Konversation mit deinen Feinden und Partnern. Du weißt nie, wen du später noch brauchst!

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England

Herrscher 1901: Königin Victoria
Hauptstadt: London
Nachbarn: Frankreich, Deutsches Reich und Rußland

Das Geheimnis der Stärke Englands liegt in seiner einmaligen Lage. Als Inselstaat ist es natürlich auf die Kraft seiner Seemacht angewiesen. Hierin liegt der Schlüssel zur Verteidigung Englands und zur Eroberung des restlichen Europas.

Zunächst muß Großbritannien seine Seemacht ausbauen. Ist das Wasser um England sicher, so werden Armeen produziert und auf das Festland geschleust. Die Routen gehen über die Beneluxländer nach Frankreich und Deutschland oder über Skandinavien ins russische Reich.

Eröffnungen

Die Churchill-Variante: F Edi-Nrg, F Lon-Nth, A Liv-Edi
Dieser Zug präpariert den Briten für den Marsch gegen Deutschland oder Rußland. Norwegen ist dir sicher und mit Hilfe des Franzosen könntest du auch noch Belgien im Herbst in dein Imperium eingliedern.

Anti-Frankreich: F Lon-Eng, A Liv-Wal (oder A Liv-Yor), F Edi-Nth
Erreichst du den Kanal, liegt Brest zum Greifen nah. Frankreich ist mit der Verteidigung von Brest beschäftigt und kann seine Flotte nicht in spanische oder portugiesische Gefilde entsenden. Norwegen ist immer noch ein ziemlich sicherer Punkt für dich.

Allianzen

Wie alle Staaten kann auch England nicht ohne Freunde überleben. Feinde wird es immer geben, egal wie du dich verhältst. Die drei Mächte, die für einen Pakt in Frage kommen, sind Frankreich, Deutschland und Rußland. Egal wie deine Allianz aussieht, du solltest auf keinen Fall eine fremde Flotte im englischen Kanal dulden. Sehr schnell ist eine Einheit in der Themse und was dann? Besser nicht! Lieber eine Patt-Situation herbeiführen als den Kanal aufgeben.

Rußland: Rußland ist zumeist mit seinen südlichen Problemen beschäftigt. Die Türkei und/oder Österreich setzen ihm da gehörig zu. Sei nett zu ihm und versichere ihm, das du keinerlei Ambitionen über Norwegen hinaus hast. Was ja nicht stimmen muß.

Deutschland und Frankreich: Deutschland und Frankreich grübeln ständig mit und über England nach. Eine Allianz aller drei Staaten ist zwar möglich, jedoch meist nicht praktikabel. Einer bleibt also auf der Strecke. Sieh zu, das DU es nicht bist! Versprich deinen Partnern den Himmel auf Erden und verhindere den Pakt zwischen Frankreich und Deutschland.

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Frankreich

Herrscher 1901: Präsident Emile Loubet
Hauptstadt: Paris
Nachbarn: Italien, Deutsches Reich und Großbritannien

Frankreich ist ein gutes Los! Es ist mein persönlicher Favorit. Leider weiß aber jeder, das Frankreich sehr häufig gewinnt und alle Mitspieler sind sehr mißtrauisch. Deshalb ist es trotz der guten Ausgangslage ein hartes Stück Arbeit, Frankreich zum Sieg zu führen. Frankreich ist sehr flexibel: es kann schnelle Attacken ausführen, sich gut verteidigen und eine Reihe von Allianzen ausspielen. Frankreich ist einfach gut zu spielen.

Das westliche Leben

Wenn die Dreier-Allianz (F/E/D) nicht zustandekommt, müssen die drei Mächte zunächst ausmachen, wer von ihnen der Herr der linken Spielhälfte wird. Als Franzose mußt du am meisten eine Allianz der beiden anderen westlichen Mächte, Großbritannien und Deutschland, befürchten. Es ist also ein absolutes Muß, mit einem der beiden einen Pakt abzuschließen. Dabei ist der Deutsche weitaus weniger gefährlich als der Brite. Der Grund dafür ist vor allem ein taktischer: du hast zu ihm einen beruhigenden Puffer. Der Engländer kann sofort deine Reserven angreifen. Gegen einen Angriff der Deutschen im Ruhr-Burgund-Korridor kannst du dich sehr lange mit nur wenigen Einheiten zur Wehr setzen. Deutschland kann nicht alleine gegen euch in den Kampf ziehen. Nur im Verbund mit den Inseleuropäern oder Italien kann ihm ein Angriff gelingen.

Ist Großbritannien sehr stark, hängt es über deinem Kopf wie ein Damokles-Schwert. Ein starkes England kannst du nicht brechen, weil es jederzeit in deine Gefilde eindringen kann. Du bist stark durch deine Armeen und er durch seine Flotten. Es wird dir nicht möglich sein, den Kanal zu besetzen, wenn der Brite es nicht will.

Natürlich ist es wahr, das England und Frankreich eine kraftvolle Allianz bilden und Deutschland schnell verspeisen und dadurch rasch groß werden können. Tu es nicht! Eine Allianz mit England ist wie der Bund mit dem Teufel. Es ist auf jeden Fall mit äußerster Vorsicht zu genießen.

Bietet Deutschland dir eine Allianz an, solltest du diesen Pakt gegenüber einem Pakt mit dem Briten vorziehen. Die Freundschaft mit England bringt zwar sehr schnelle Erfolge, nur wird der Brite sich als nächstes Opfer dich aussuchen, da nur du in seiner unmittelbaren Nähe bist. Solltest du dann so unvorsichtig gewesen sein und keinen Schutz gegen ihn aufgebaut haben, so hat er leichtes Spiel mit dir. Hüte dich vor den Briten!

Wie krieg ich die zwei Halunken?

Nur durch die Kontrolle Englands kann Frankreich im Westen das Rennen machen. Das ist aber leichter gesagt als getan. Zunächst ist Großbritannien ein sehr defensives Land. Nicht ganz so schwer zu knacken wie die Türkei, aber immerhin ein hartes Stück Arbeit. Der Schlüssel liegt bei Rußland! Eigentlich ist es ja keine westliche Macht, spielt jedoch recht häufig für die Entscheidung im Westen das Zünglein an der Waage. Du mußt jede Allianz zwischen England und Rußland zu verhindern suchen. Der Zar sollte auf jeden Fall Norwegen für sich einnehmen. Mach es ihm schmackhaft, indem du ihm den dann leichten Einzug nach Dänemark vorschwärmst und der weitere Weg über Deutschland ... *säusel*

Rußland muß mit einbezogen werden in den westlichen Kampf. Es wird dir auf jeden Fall helfen. Greift Rußland von Norden her an, kannst du dich auf die beiden anderen konzentrieren, die dir jetzt den Rücken zugekehrt haben *Hehe*. Aber sei vorsichtig! Es ist ein Balance-Akt, weil Rußland natürlich nicht zu stark werden darf. Sollte Rußland gleichzeitig mit dem Türken im Bunde sein, wird es rasch größer und stärker und ist womöglich nicht mehr aufzuhalten.

England oder Deutschland ohne die Hilfe Rußlands anzugreifen ist schwierig. Es muß sehr vorsichtig geschehen, so daß diese sich nicht gegen dich verbünden. Paktiere mit dem Russen und werde durch ihn die stärkste Macht in Westeuropa.

Was ist mit Italien?

Italien ist zunächst nicht an einem westlichen Kriegsschauplatz interessiert und wird sich ostwärts wenden. Sollte Italien sich wider Erwarten gegen dich wenden, so ist sozusagen "die Kacke am dampfen". Nun mußt du deinen beiden Rivalen den Rücken zukehren und sie haben zumindest eine gute Chance, dich von hinten zu packen. Ein Zusammenschluß von England, Deutschland und Italien bringt dir den schnellen Tod. Normalerweise wendet sich Italien aber dem Osten zu und ist froh über ein Friedensangebot von dir. Darum sei nicht so knauserig und schließe einen Vertrag mit dem italienischen Imperator. Versprich dem Italiener alles: die Hauptsache ist, daß er dich nicht angreift.

Schlüsselfelder

Belgien : Jeder will es. Hast du es, so bist du gegenüber den anderen ein gutes Stück im Vorteil. Auf jeden Fall solltest du es lieber dem Deutschen überlassen, als es dem Engländer zu gönnen. Sei vorsichtig. Wenn die Sache gut läuft, wird Belgien dir früher oder später sowieso zufallen. Für England ist es enorm wichtig, Belgien zu besitzen. Viel wichtiger als für dich oder Deutschland. Wünsche dem Engländer alles Glück der Welt um Belgien zu erobern und schicke dem Deutschen die Mail, daß der böse, böse Engländer ihm Belgien streitig machen will. Nachdem der Rauch abgezogen ist hol es dir selber!

Der englische Kanal: Verlierst du es, so hast du schlechte Karten. Hast du es, so werden sich die Dinge gut entwickeln. London und Belgien sind nur einen Katzensprung entfernt und du kannst dich in der irischen See und in der Nordsee engagieren. Laß dich nicht vom Briten dazu überreden, dich aus dem Kanal fernzuhalten. Sei dir aber sicher, das England es zurückhaben will und alles daran setzen wird.

Eröffnungen

Hm, wie soll man nun beginnen? Es gibt eine Menge Möglichkeiten.

Konservativ: A Par-Bur, A Mar S A Par-Bur, F Bre-MAt
Die konservativste Eröffnung. Schützt dich gut vor Deutschland. Nur, wie oft wird Deutschland versuchen in Burgund einzumarschieren? Sehr selten. Du holst dir mit der Flotte Portugal und später Spanien und schreibst (vorerst!) Belgien in den Wind.

Verlierer: A Par-Bur, A Mar-Spa, F Bre-MAt
Dieser Zug will sagen: Du bist ein Verlierer! Gewöhnlich zieht man so, um Italien zu hetzen. Weil normalerweise darauf der Zug MAt-Spa(sc) und A Spa-Por folgt, du eine Flotte in Mar baust, und dann dich gegen den Italiener wirfst. Während in deinem Rücken ein todsicheres Komplott geschmiedet wird. Das war's dann. Absoluter Selbstmord. Ein direkter Zug nach Piemont ist genau dasselbe.

Belgien gehört zu Frankreich: A Par-Bur, F Bre-Eng (oder Pic), A Mar H (oder S Par-Bur oder -Spa)
Hier legst du es darauf an, Belgien einzunehmen. Aber du schränkst damit deinen sonst sicheren Gewinn von zwei Einheiten auf nur eine ein. Nur um Belgien zu bekommen? Es kann genau das Richtige sein. Muß es aber nicht...

Wird fortgesetzt!

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Italien

Herrscher 1901: König Vittorio-Emanuele III.
Hauptstadt: Rom
Nachbarn: Frankreich, Deutsches Reich, Österreich-Ungarn und Osmanisches Reich

Diplomatie ist für Italien zunächst die beste Waffe! Das richtige Abkommen mit einem fairen Partner macht auch aus einem zunächst schwach erscheinenden Italien einen aussichtsreichen Kandidaten. Mitten im Mittelmeer gelegen, ist Italien mit der gleichen Zerbrechlichkeit wie Österreich gesegnet. Die Entwicklungsmöglichkeiten Italiens sind zu Beginn nicht gerade großartig.

In der Nähe befinden sich reichlich Versorgungszentren. Sie befinden sich aber fast alle auf fremden Territorium. Genau wie die Türkei und England kann es aber zu Beginn sicher auf vier Zentren erhöhen.

Eröffnungen

Lepanto: A Rom-Apu, A Ven-Tyr, F Nap-Ion
Die am meisten diskutierte Eröffnung Italiens erlaubt Italien eine schnelle Realisierung eines Angriffs auf die Türkei. Die Armee in Tirol stellt Ansprüche auf München oder kann dem Österreicher im Kampf gegen den Russen helfen. Im Herbstzug setzt die Armee von Apulien nach Tunis über, eine Flotte wird in Neapel aufgebaut und im Frühling segelt eine Flotte von Ion nach Eas. Der Einmarsch in türkisches Gebiet ist im Herbst 1902 geplant, oder? Zu empfehlen ist diese Eröffnung aber nur, wenn man sich 100 Prozent sicher ist, daß der Österreicher nicht die Situation ausnutzt. Das wäre ein schnelles Ende für den Italiener.

Vorsicht: A Ven H, A Rom-Apu, F Nap-Ion
Mit dieser Eröffnung tut man keinem weh. Still ruht der italienische See. Aber stille Wasser sind ja bekanntlich tief. Was spricht denn dagegen, im Herbst doch noch nach Tri zu schielen? Tun ist eine sichere Bank und sollte natürlich nie ausgelassen werden. Aber mit was soll Tun erobert werden? Armee oder Flotte?
Flotte: Das bedeutet, daß man für einen Ausfall nach Osten gleich zwei weitere Schritte bis in die Ägäis benötigt. Der sicherlich im Herbst erfolgte Flottenaufbau in Nap birgt ein zusätzliches Problem: willst du nach Osten, so stehen sich die beiden Flotten im Weg.
Armee: Häufig schafft man es nicht mehr, sie wieder aus Tun herauszuholen. Die Flotte in Ion ist dann meist viel zu sehr mit anderen Maßnahmen beschäftigt, als daß sie für einen Konvoy Zeit hätte. Eine lohnenswerte Alternative: Allianz mit Österreich gegen die Türkei und Einnahme von Gre statt Tun. Wenn man dem Österreicher trauen kann, so ist das der erste Schritt, um dem Osmanen den Garaus zu machen. Tun bleibt dann immer noch für den nächsten Herbst übrig.

Täuschung: A Ven-Tri, A Rom-Apu, F Nap-Ion
Die Täuschung liegt darin, daß der Angriff auf Österreich abgesprochen ist. Sonst ändert sich gegenüber der Variante Vorsicht nichts. Dieser Trick ist allerdings uralt und überzeugt kaum jemanden mehr. Oder doch?

Hau den Lukas: A Ven-Pie, A Rom-Ven, F Nap-Ion
Im Herbst begehen wir diplomatischen Selbstmord und greifen Mar, Tri und Tun an. Wenn's klappt, stehen wir einer internationalen Lynchmeute gegenüber; wenn nicht... auch. ;-) Bitte nicht!

Opernball: A Ven-Tyr, A Rom-Ven, F Nap-Ion
Im Herbst ist entweder Tri dank Unterstützung aus Tyr eingenommen, oder, je nach Konstellation, auch Vie! Den sicheren Punkt in Afrika sollte man sich natürlich nicht entgehen lassen... Dieser Angriff auf Österreich-Ungarn ist sicherlich eine Variante der etwas brachialereren Art. Ein kurzfristiger, schneller Erfolg ist sicher, solange sich der Kaiser in Sicherheit wiegt. Dieser Zug sollte jedoch mit Bedacht gewählt werden. Im Westen droht ein starkes Frankreich in den ungeschützten Rücken einzufallen, im Osten machen Rußland und Osmanien kurzen Prozeß mit den restlichen kaiserlichen Armeen; ob sie vor italienischen haltmachen?

Mallorca: A Ven-Pie, A Rom-Ven, F Nap-Ion
Im Herbst gilt es, den bisher getäuschten Franzosen in Mar zu überraschen und sogleich Unterstützung aus Ven anzufordern. Die Flotte überrennt Tun und dampft weiter gen Spanien. Auch ein starkes Frankreich kann mit zwei neuen Flotten aus dem sonnigen Süden verbannt werden...
Dieser Zug birgt das große Risiko, daß Frankreich Lunte riecht und im Herbst Mar blockt, woraufhin wir vor einer satt besetzten Festung Mar stehen und keinen Raum für Angriffe haben. Ein nun ärgerlicher Präsident versetzt uns den schnellen Todesstoß. Österreich-Ungarn sollte kaum ein Risiko darstellen; er wird für einen freien Rücken froh sein. Aber verlassen sollte man sich darauf nicht...

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Österreich

Herrscher 1901: Kaiser Franz-Joseph
Hauptstadt: Wien
Nachbarn: Deutsches Reich, Italien, Osmanisches Reich und Rußland

Wenn du in einem Spiel das Los Österreich ziehst, sollte dein erster Gedanke sein: "Wie überlebe ich die ersten zwei bis drei Jahre dieses Spiels?". Allein auf sich gestellt kann Österreich sich nur wenige Züge lang erhalten. Also sollte die erste Devise schlichtweg Überleben und vor allem Partnersuche heißen.

Objektiv betrachtet ist Österreich das am leichtesten zu eliminierende Reich. Zu Beginn des Spiels ist es umzingelt und befindet sich mitten in der dichtesten Ansammlung von Versorgungszentren. Die Russen und Türken stürzen sich ebenfalls auf diese Region. Außerdem machen viele Italien-Spieler den Fehler, Österreich genau in dem Moment zu sticheln, wenn es zu straucheln droht.

Österreich ist zu Beginn des Spiels also in einer denkbar unsicheren Position. Es erfordert sehr gute Verhandlungen und ein hartes Stück Arbeit und es braucht einen sehr guten Spieler, um gewinnen zu können. Alles hängt davon ab, die richtigen Freunde im richtigen Moment an seiner Seite zu haben.

All diesen Horrormeldungen zum Trotz: solltest du das Anfangsspiel gut überstanden haben, kann durch ein kluges Mittelspiel doch noch ein Sieg daraus werden. Das funktioniert erstaunlich oft!

Die lieben Nachbarn

DEUTSCHLAND: Deutschland wird mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht gegen Österreich vorgehen, da es sich zu Beginn der Partie ebenfalls in einer mißlichen Lage befindet. Es liegt in dem Interesse beider Staaten, sich nicht gegenseitig aufzureiben, weil sie den Zusammenhalt benötigen, um die zahlreichen Hyänen und Geier von Ihrem Gebiet fernzuhalten. Einfach stillschweigend darauf zu hoffen, daß Deutschland nicht angreifen wird, ist aber zu wenig. Der erste Schritt des Österreichers sollte ein Deal mit dem Deutschen sein. Er wird noch weniger angreifen wollen, wenn er von der friedlichen Haltung Österreichs gegenüber seinem Reich erfährt...

In aller Regel wird Deutschland mit seiner Flotte eine schnelle Beute machen und von Kiel nach Dänemark ziehen. Da es so gut wie nie (sag niemals nie) einen Pakt zwischen Frankreich, England und Deutschland gegeben hat, wird Deutschland froh sein, sich nicht gegen den Österreicher erwehren zu müssen und seine Armeen nordwestlich bewegen. Es gilt, ihn von der Notwendigkeit eurer Unterstützung im Süden zu überzeugen. Deutschland sollte also kein Problem für dich sein.

RUSSLAND: Der Knackpunkt für Österreich. Im Osten formen Rußland, Österreich und die Türkei ein angespanntes Dreieck. Du benötigst einen von beiden auf deiner Seite gegen den anderen. Den Russen auf deine Seite zu ziehen sollte etwas einfacher sein, als den Türken davon zu überzeugen, sich gemeinsam mit dir gegen den Russen zu werfen. Sich den Balkan und die Türkei mit dem Russen zu teilen, wird allerdings noch eine Menge Kopfschmerzen bereiten. Wenn es möglich ist, verhandle hart um Bulgarien. Biete dem Russen meinetwegen die ganze Türkei gegen Bulgarien - denn wenn du es bekommst, hast du die Möglichkeit, den Russen aus Rumänien zu vertreiben und einen Angriff auf Sevastopol zu starten. Das Timing ist enorm wichtig. Ärgerst du den russischen Bären zu früh, wird er dich zusammen mit dem dann noch lebenden Türken von der Karte fegen. Bist du zu spät dran, hast du nicht die Stärke, dich gegen den Russen durchzusetzen und er wird dich alleine überrollen.

Biete Rußland eine entmilitarisierte Türkei an und halte dir vor Augen, das nur mit Rußland eine Abwehr gegen und ein Sieg über den Türken zu erreichen ist. Ziel ist es, die Türkei entscheidend zu schwächen oder gar ganz zu besiegen.

Ich denke, Rußland ist der beste Partner für Österreich, um sich der sultanischen Einheiten zu erwehren. Eine Allianz mit dem Russen gibt dir enorme Sicherheit und die Kraft und die Macht, den Balkan zu kontrollieren. Besser als ein Pakt mit dem listigen Sultan es zu leisten vermag.

TÜRKEI: Fast alles, was ich in Bezug auf Rußland gesagt habe, könnte man genauso gut über den Türken sagen. Das oberste Motiv für eine Allianz ist das Erreichen von Sicherheit auf dem Balkangebiet und der spätere (wohlterminierte, vorsichtige) Angriff gegen den Russen, auf den Moment wartend, sich gegen den Partner Türkei zu erheben.

Wie ich schon sagte, ist es schwieriger die Allianz mit dem Osmanischen Reich zum Leben zu erwecken. Viele Leute nehmen an (i.d.R. liegen sie da ganz richtig), daß Österreich und die Türkei Todfeinde sind und daß es sehr schwer ist, diese beiden zu vereinen. Aber es geht und es wurde schon öfter durchgeführt. Genau wie bei dem Pakt mit Rußland hat diese Allianz nur eine ziemlich begrenzte Dauer, immer darauf lauernd, den richtigen Moment für einen sicheren, effektiven Schlag gegen den Türken zu erwischen. Gewöhnlich ist das der Moment, in dem die Türkei Sewastopol eingenommen hat (hoffentlich in einem Frühlingszug). Dies ist ein guter Zeitpunkt, dem Osmanen in den Rücken zu fallen, ihm ein Versorgungszentrum (Rumänien) zu mopsen und Anspruch auf Sewastopol zu erheben. Der Russe wird zurückschlagen wollen und ihn zusätzlich schwächen. Achte also darauf, wann der Türke Sev einnimmt, und wechsel die Seiten, um ihm eins zu verpassen.

Auch die Allianz mit dem türkischen Volk wirft die Schwierigkeit der Verteilung der Versorgungszentren auf. Zum Beispiel wollt ihr beide Griechenland! Ich rate euch, ihm nicht Griechenland zu überlassen - es ihm zu versprechen ist eine andere Sache ;-) -, verzichtet lieber auf Rumänien und Sewastopol.

Achtet auf den Aufbau der osmanischen Einheiten. Überzeuge ihn vom Bau von Flotten, um sich im Mittelmeer gegen Italien zu engagieren. Versichere ihm, daß du dich gen Norden wendest, wenn ihr erst den Russen vertrieben und St. Petersburg einer befreundeten westlichen Macht geschenkt habt. Welche Taktik du auch immer verfolgst, dein Ziel sollte es sein, die türkischen Einheiten ins Wasser zu bringen, wo sie keine Bedrohung gegen dich darstellen und ihm keine Möglichkeit geben, sich gegen dich zu verteidigen.

RUSSLAND & TÜRKEI: Es ist klar, was du mit diesen beiden machen mußt! Viele konzentieren sich nur darauf, Rußland und die Türkei gegeneinander aufzuhetzen. Dies ist aber nicht möglich, ohne selbst mit in diesen Krieg hineingezogen zu werden. Solltest du versuchen, dich vollkommen herauszuhalten, wirst du als leichtes Opfer angesehen und von beiden verspeist werden *börp*. Du mußt also mit einem gegen den anderen paktieren und im richtigen Zeitpunkt dich gegen ihn wenden. Es können dir dann eventuell andere Mächte zur Seite stehen (der Brite ist im Norden ein gefürchteter Gegner des Russen, genauso der Italiener im Westen des Türken).

Wie zu Beginn schon erwähnt, muß Österreich als erstes dafür sorgen, überhaupt am Leben zu bleiben. Überwerf dich nicht mit Rußland und der Türkei und denke "es wird schon gutgehen" - das wird es nicht. Sie werden in vielen Fällen versuchen, sich gegen dich zu verbünden. Beurteile und behandle die Mails dieser beiden sorgfältig. Verhandle gut und stelle dich als europäische Macht dar. Vermeide auf jeden Fall den Eindruck eines leichten Opfers - du wirst es zu schnell spüren und es tatsächlich sein. Erinnere die Mächte an deinen Pakt mit Deutschland, das dir in der Not zu Hilfe eilen wird. Genauso kannst du mit dem Italiener drohen, der, sollte dir etwas zustoßen, seine grünen Flotten gen Westen steuern wird. Immer in der Hoffnung, im Fall der Fälle stehen einem diese Mächte tatsächlich zur Seite. Der Kniff liegt allerdings darin, daß sich durch diese Drohungen Russen und Türken gegen euch verbünden könnten. Seid also auf der Hut, mailt beiden ausführlich und ihr werdet sie davon überzeugen können (müssen), daß eine Allianz mit euch das Beste für eure Partner ist. Sonst gibt's ne blutige Nase!

ITALIEN: Du mußt Italien einen neutralen Pakt anbieten. Es verhält sich hier genauso wie bei dem Deutschen. Du wärst ein Narr, dich absichtlich mit Italien auseinanderzusetzen. Solltest du Rußland und der Türkei den Rücken zuwenden, so werden sie dich zerdrücken. Es sei denn, beide sind völlig inkompetent.

Den Italiener von einem Angriff auf dich abzuhalten ist ein hartes Stück Arbeit. Du mußt ihm zeigen, daß ein Angriff auf dich ein Nachteil für ihn ist. Du weißt, daß du Recht hast, da im Falle eines Angriffs gegen dich die Russen und die Türken alles überrollen werden, einschließlich Italien. Du bist der Puffer zwischen den beiden Ostmächten und dem Italiener. Dies gilt es glaubhaft rüberzubringen. Zusätzlich biete ihm die Türkei als Belohnung für diesen Pakt an. Sollte er sich tatsächlich da breitmachen, wirst du zu einem späteren Zeitpunkt gute Möglichkeiten haben, ihn von dort wieder zu vertreiben. Achte darauf, daß nach einer Schwächung des Türken keine Allianz zwischen dem Russen und dem Italiener entsteht. Dies ist die größte Gefahr beim Pakt mit dem Italiener für dich. Intrigiere also frühzeitig.

Die beste Strategie des Österreichers ist es, alle gegen die Türkei aufzuhetzen und im geeignetesten Augenblick sich mit den verbliebenen türkischen Einheiten gegen den Russen zu wenden, um dann letztendlich der Türkei den Rest zu geben.

Eröffnungen

GEGEN DEUTSCHLAND

Bist du verrückt?

GEGEN ITALIEN

Siehe "Gegen Deutschland".

Eine Ausnahme gibt es allerdings: wenn du dir sicher bist, daß der Italiener nicht in Venedig bleibt! Dann hast du dir mit einem schnellen Streich i.d.R. ein Versorgungszentrum gesichert.

Ich denke, deine einzige Chance liegt darin, zu Beginn gegen die Türkei oder Rußland zu ziehen. Aber mit Österreich, das relativ häufig früh eliminiert wird, gilt es, sich sehr vorsichtig zu bewegen. So flexibel wie nur möglich eröffnen und möglichst große Chancen, möglichst viele Versorgungszentren zu erobern, zu haben, ist das Ziel. Schön, aber bevor wir dies tun, werfen wir einen Blick auf einen Sicherheitszug:

F Tri-Ven, A Vie-Gal, A Bud-Ser

Vorteile: Du hältst den Russen vom Einmarsch in Gal und den Italiener vom Einzug in dein Gebiet ab und sicherst dir Serbien als neuen Stützpunkt. Nachteile: Griechenland wird dem Türken als leichte Beute überlassen und der Italiener ist häufig dermaßen über dich verärgert, daß er sich auf keinen Deal mehr mit dir einläßt. Du hast die Möglichkeit, ihm diesen Zug vorher anzukündigen und ihm die Gründe zu schildern. Ebenso könntest du deinen Gal-Zug, um auch dort keine verfrühte Feindschaft aufkeimen zu lassen, Rußland mitteilen.

Willst du einen absolut sicheren Weg, eine neue Armee im Herbst 1901 zu bilden: dies ist der Zug!

GRIECHENLAND HABEN WOLLEN

Griechenland zu erobern ist die populärste Eröffnung des Österreichers. Du kannst Griechenland erobern, indem du mit deiner Flotte nach Albanien ziehst und die serbische Armee bei der Übernahme unterstützt. Das hinterläßt aber im italienischen Grenzgebiet eine empfindliche Lücke, die entweder durch einen Zug der Wiener Einheit nach Tri oder (besser noch) durch einen festen Pakt mit dem Italiener gesichert sein muß. Die Einheit an der Donau sollte besser zum Schutz gegen den Russen eingesetzt werden:

A Vie-Gal, A Bud-Ser, F Tri-Alb

Willst du Griechenland, so mußt du dich dem Russen oder dem Italiener öffnen. Wem vertraust du mehr? Du kannst dich nur vor einem schützen!

GEGEN RUSSLAND

Wenn Bud den Einzug Vie nach Gal unterstützt, dann ist es ziemlich antirussisch, nicht wahr? Es sollte dir dann aber ziemlich egal sein, was der Osmane so treibt...

GEGEN DIE TÜRKEI

"Griechenland haben wollen" ist schon die grundsätzliche antitürkische Eröffnung. Es gibt aber noch andere Möglichkeiten, wie z.B. den Angriff Serbiens auf Bulgarien im Herbst 1901. Du solltest dir aber der Hilfe eines anderen Staates gewiß sein.

RUMÄNIEN?

Hat schon jemand erwogen, Rumänien zu Beginn einzunehmen? Wahrscheinlich nicht. Wenn du dich tatsächlich zu diesem Zug hinreißen lassen würdest, kannst du dir sicher sein, daß der Türke dem Russen hilft, es zurückzuerobern, und sich selbst noch Griechenland schnappt.

FREUNDLICH ERÖFFNEN

Für einige Mächte ist ein neutraler Start der beste Weg. Warum alle gegen sich aufbringen? Wien und Triest halten ihre Stationen... Glaube nicht, daß du da rumwurschteln kannst und nicht angegriffen wirst! Du mußt schon etwas tun für den Erfolg. Um Griechenland in der Eröffnung zu kämpfen ist das einzig Wahre. Sticheln und schleimen und den Dolch im Rücken umdrehen, das ist der einzige Weg des Österreichers!

Seemacht

Ein unbedingtes MUSS, wenn du leichter gewinnen willst. Manchmal ist es das Beste, Flotten zu haben. Die Armeen sind festgefahren und keiner kommt voran und mit Hilfe der Flotte gelingen überraschende Wendungen im Spielgeschehen. Es hilft dir ungemein, Italien zu erobern oder die Türkei zu ärgern. Leider ist es für Österreich sehr schwer, Flotten zu bilden. Sie sitzen zunächst in der Adria fest. Sollte es dir aber gelingen, sie da rauszumanövrieren, so bilde weitere Flotten. Es ist ein Irrtum, zu glauben, man könnte nur mit Armeen ein Spiel gewinnen!

Das Mittelspiel

Den frühen Ausstieg vermeiden mit Hilfe deiner Nachbarn ist das vorrangige Ziel. Sollte dir das gelungen sein, kannst du aufgrund der Versorgungszentrendichte im Balkangebiet sehr schnell auf eine zweistellige Anzahl an Einheiten kommen. Dann kann es aber zu einer festgefahrenen Situation kommen, in der du einer geschlossenen Linie westlicher Mächte gegenüberstehst. Hier solltest du auf ein Gleichgewicht dieser Mächte achten. England gilt hier als der Schlüssel. Sind die Briten schnell von der Bildfläche verschwunden, so haben es Frankreich und Deutschland leicht, eine Mauer gegen dich zu errichten. Ist der Angelsachse noch am Leben, wird so schnell keine Einigkeit entstehen und du hast die Chance zum Einbruch in die westlichen Gefilde.

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Osmanisches Reich

Herrscher 1901: Sultan Abd-al-Hamid II.
Hauptstadt: Konstantinopel
Nachbarn: Rußland, Österreich-Ungarn und Italien

Die Türkei ist ein Eckstück im Diplomacy-Europa. Man kann es ein wenig mit England vergleichen. Es liegt am südwestlichen Rand des Spielfelds, mit Grenzen zu zwei - je nach Spielverlauf - drei Staaten. Eine virtuelle Insel sozusagen.

Die Türkei zu knacken kann eine ziemlich harte Nuß sein. Sie kann ein wütender Gegner und ein starker Partner sein. 1901 ist der Türkei die Einnahme eines Versorgungszentrums (Bulgarien) sicher. Von da aus liegen drei weitere in greifbarer Nähe (Rumänien, Serbien und Griechenland). Im ersten Jahr kannst du nur eine gegnerische Station (Sewastopol) angreifen.

Zusammen mit einem deiner Nachbarn sollte dir eine starke Allianz gelingen. Schaffst du dies, so kannst du dein Reich schnell auf zehn Versorgungszentren vergrößern. Mit Rußland kannst du den Balkan aufrollen (achte dabei aber auf einen Seeangriff der Österreicher/Italiener). Mit Österreich ist Rußland ein leichtes Opfer für dich (auch hier solltest du auf den Italiener achten). Italien ist ebenfalls ein guter Partner, um Österreich das Fürchten zu lehren. Hier könnte man im Namen des Friedens Rußland Rumänien überlassen.

Die Türkei benötigt nur eine, überlebt aber nicht ohne eine Allianz.

Eröffnungen

Mit Sicherheit: A Con-Bul. Du wärst komplett verrückt, würdest du diesen Zug nicht machen. :-) Es ist dein Gratis-Punkt. Keiner macht ihn dir streitig und was solltest du sonst mit dieser Armee machen?

Standard: F Ank-Bla, A Smy-Con
Das ist die Standarderöffnung. Du bedrohst damit noch keinen Gegner. Vielleicht ärgerst du Rußland ein wenig. Es könnte einen Zusammenstoß mit der russischen Flotte geben. Im Herbst zieht die zweite Armee nach Bulgarien, nachdem die erste nach Griechenland, Serbien oder Rumänien weitergezogen ist.
Vorteil: du hast noch keinen Gegner aufgebaut.
Nachteil: du hast deine Einheiten nicht gegen einen Gegner formiert.

Bärenjagd: F Ank-Bla, A Smy-Arm
Dies ist eine offensichtliche Attacke gegen den Russen. Du wirfst alle Einheiten in die Schlacht gegen den Zaren. Sowohl die Flotte als auch die Armee kann scheitern, je nachdem, wie Rußland die Flotte von Sewastopol bewegt. Bringt Rußland nicht seine ganze Macht auf und verteidigt Sev nicht mit allen ihm zur Verfügung stehenden Einheiten, wird es bald unter deiner Flagge stehen.
Vorteile: Sewastopol und das Schwarze Meer stehen bald unter deiner Herrschaft.
Nachteil: Du machst dir Rußland schnell zum Gegner. Sollte er im Norden viel Erfolg haben, kannst du dich bald nicht mehr vor weißen Horden retten.

Bärenliebe: F Ank-Con, A Smy H
Ein Deal mit dem Zaren gibt dir die Möglichkeit, über das Mittelmeer anzugreifen. Der Nachteil ist, daß Österreich und Italien meist schon gewappnet sind. Einer von beiden sollte dein Partner sein.
Vorteil: Der Friede mit Rußland hält dir den Rücken frei und du kannst schnell ins Zentrum Europas vorrücken.
Nachteil: Es ist ein weiter Weg für die Flotte, ins Mittelmeer zu gelangen, und du bekommst nur ein neues Versorgungszentrum.

Geistig weggetreten
Jede andere Möglichkeit, wie F Ank-Arm oder A Smy-Syr, ist witzlos, es sei denn, du bist ein Komiker oder willst jeden davon überzeugen, daß du keine Ahnung hast, wie man Diplomacy spielt. Die Attacke gegen Rußland mit der Flotte über Armenien ist zu schwach. F Ank-Bla oder A Smy-Arm machen viel mehr Sinn.

Das Mittelspiel

Es gibt so viele Möglickeiten für deine Position im Mittelspiel, daß es schwer ist, hierüber etwas zu schreiben.

Ohne eine erfolgreiche Allianz ist die Türkei aufgeschmissen. Du bist vielleicht in der Lage, auf dem Stand zu bleiben, den du zu Beginn hast, kannst dich aber nicht weiterentwickeln. Um dich zu knacken, bedarf es der Allianz von mindestens zwei Mächten. Auch dann wird es ein wenig dauern.

Siehst du dich in eine solche Falle tappen, solltest du dein diplomatisches Geschick darauf verwenden, einen der Gegner umzupolen. Je länger der Kampf dauert, desto höher steigen deine Chancen. Die Gegner sind vielleicht schon frustriert und über eine Wende im Spiel sicherlich erfreut.

Solltest du aber erfolgreich eröffnet haben, so kann auch das Mittelspiel sehr vielversprechend sein. Den Rücken frei zu haben, bedeutet, daß du alles an die Front werfen kannst, was du besitzt.

Eine Allianz mit dem Österreicher oder Italiener kannst du später gut und erfolgreich brechen. Ein Osmane, der den größten Teil von Rußland besitzt und auch im Süden auf hoher See präsent ist, kann schnell den nächsten Gegner überrollen. Du allein willst gewinnen. *Hehe*

Eine Allianz mit Rußland (angenommen, der Russe war auch erfolgreich) ist etwas schwieriger zu brechen. Es kommt auf die Macht an, die im Westen den Sieg errungen hat. Mit der muß der russische Bär in die Knie gezwungen werden.

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Rußland

Herrscher 1901: Zar Nikolai II.
Hauptstadt: St. Petersburg
Nachbarn: Großbritannien, Deutsches Reich Österreich-Ungarn und Osmanisches Reich

Man sollte meinen, Rußland sei durch die Startaufstellung mit vier statt drei Einheiten gegenüber den anderen Staaten klar im Vorteil. Weit gefehlt, denn Rußland beginnt das Spiel dadurch mit einem psychologischen Nachteil. Das Mütterchen hat nicht nur eine Einheit mehr als die übrigen Staaten, sondern erweckt auch durch seine enormen Ausmaße bei allen möglichen Partnern Furcht und Schrecken. Ein echter diplomatischer Nachteil.

Die anfängliche Position ist demnach auch eher unsicher. Rußland kann nicht sicher sein, im ersten Jahr ein weiteres Versorgungszentrum zu bekommen. Deutschland kann dir Schweden und Österreich-Ungarn könnte Rumänien streitig machen und du gehst 1901 leer aus :-( . Ein absoluter Brennpunkt ist das Schwarze Meer.

Russische Diplomatie sollte zum Ziel haben, einen Punkt im ersten Jahr zu erreichen. Das würde dich zu einem veritablen Partner und weiterhin gefürchteten Gegner machen.

Deutschland

Ein Handel mit Deutschland dürfte einfach sein. Die Germanen haben im Norden und Westen leichte Beute, im Osten müßte erstmal eine Pufferzone überschritten werden. Die Probleme des Deutschen liegen ebenfalls im Westen, da wäre es für ihn viel zu riskant, schon so früh eine weitere Front im Osten zu eröffnen.

Großbritannien

Des Briten sicherste Bank zu Beginn des Spiels ist Norwegen. Du könntest ihn mit einem Zug von Mos nach StP im Frühling und dann weiter nach Nwy ärgern. Eigentlich willst du das gar nicht, weil du dann im Süden viel zu verwundbar bist, aber es ist eine gute Verhandlungsposition gegenüber dem Briten, oder? Der Angelsachse sollte möglichst mit einer Flotte Norwegen erobern. Das schwächt seine Postion in Skandinavien. Zusammen mit ihm solltest du in Skandinavien ein Gleichgewicht erreichen, um dich ganz dem Süden widmen zu können.

Der Süden

Der Süden ist der Knackpunkt für den Russen. Er erfordert taktisches Geschick. Österreich ist sich eurer Bedrohung bewußt, fürchtet sich aber auch vor den Türken. Es wird mit Italien gegen den Türken paktieren wollen, der Türke aber auch mit Italien gegen Österreich. Italien wird auch mit dir einen Pakt versuchen. Rußland/Italien ist eine starke Verbindung. Für das Mittelspiel ist das eine ideale Kombination. Schon zu Beginn sollte man diese Freundschaft pflegen und hegen.

Osmanisches Reich

Die Türkei wird mit dir sprechen wollen. Häufig verspricht er dir eine lange Freundschaft und fordert eine Pufferzone im Schwarzen Meer, wo er sich natürlich entgegen allen Versprechungen im Frühling direkt hineinbegibt... Du wirst ihn nicht in das Schwarze Meer lassen wollen. Schafft er es im Frühling, kann er sich Rumänien schnappen. Im Herbst 1901 willst du in Rumänien die russische Flagge sehen! Eine türkische Attacke über Armenien mußt du ebenfalls verhindern. Eine Allianz mit dem Türken ist möglich, man sollte aber immer äußerste Vorsicht walten lassen.

Das Schöne am Kampf im Süden ist, daß du reichlich Möglichkeiten hast, mit anderen Staaten zusammenzuarbeiten. Italien, Österreich und die Türkei stehen zur Verfügung. Manchmal arbeiten sie zusammen gegen dich, meistens aber ist mindestens einer dabei, der dir hilft. Später mußt du wahrscheinlich das Gebiet deines Partners ebenfalls schlucken, doch das ist noch in weiter Ferne. Zunächst gilt es, im Süden zu überleben. Wie dann das Mittelspiel aussieht, hängt vor allem von deiner Stärke ab. Die muß erstmal ausgebaut werden.

Selten schafft Rußland es, im Süden eine Seemacht aufzubauen. Es ist einfach ein zu langer Weg in das Mittelmeer.

Eröffnungen

Im Norden alles easy: F StP-Bot ist der absolut beste Zug für diese Einheit. Solltest du einen anderen Zug machen, werden sich alle fragen, welche Gemeinheit du wohl im Sinn hast. Keine gute Ausgangsbasis, oder?

Ich vertraue niemandem: A Mos-Ukr, A War-Gal (kann scheitern), F Sev-Bla (kann scheitern)
Diese Eröffnung macht der Türkei das Schwarze Meer streitig und gibt dir die Möglichkeit, im Herbst Rumänien zu erobern. Versuch Rumänien im Herbst mit der Ukrainischen Armee zu erobern. Du bist dann flexibler. Solltest du Galizien erobern, so kannst du dir gratulieren. Man kann diesen Zug dem Österreicher ankündigen, so das keine Feindschaft daraus entstehen muß.

Vertrauen in die Türkei: A Mos-Sev, F Sev-Rum, A War-Gal
Dies ist eine 99-Prozent-Chance auf die Eroberung Rumäniens im Frühling. Das Problem dabei ist, daß du dem Türken das Schwarze Meer überläßt. Und was willst du mit einer Flotte in Rumänien? Nicht sehr ratsam. Solltest du tatsächlich einen Deal mit dem Türken haben, nimm lieber den "ich vertraue niemanden"-Zug.

Vertrauen in Deutschland: A Mos-StP, F Sev-Bla, A War-Gal
Dies ist ein anti-britischer und pro-germanischer Zug. Eine schnelle Aktion, um den Norden zu besetzen. Im Herbst versucht die Armee von St. Petersburg nach Norwegen zu kommen. Wird wahrscheinlich nicht klappen, da der Engländer das auch will. Er wird sich aber nur dann in Norwegen einnisten können, wenn er mit dem Franzosen einen Deal über den englischen Kanal abgemacht hat. Sonst steht es unentschieden. Hat er das nicht, so hast du dir den Norden gesichert und deine Allianz mit dem Deutschen ist gefestigt. Im Süden hast du immer noch die Möglichkeit, Rumänien einzunehmen, es sei denn, der Türke hat Armenien besetzt.

Läuft die Eröffnung gut und du ergatterst zwei Versorgungszentren zusätzlich, so hast du es in der Hand, den Rest Europas zu erobern. Mit links. Viel Spaß dabei. :)

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