Wie man Österreich spielt
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von Scott Kauzlarich

ÜBERSETZT VON WALTER HENKE
 

DAS REICH DER HABSBURGER

Wenn Sie in einem Spiel Österreich zugesprochen bekommen, sollte Ihr erster Gedanke sein: "Wie kann ich die nächsten zwei oder drei Jahre überstehen?" Manchmal überlebt Österreich nicht einmal zwei oder drei Züge, geschweige denn zwei oder drei Jahre. Deshalb sollte das nackte Überleben Ihre erste Sorge sein.

Es ist offensichtlich, daß Österreich das am leichtesten zu besiegende Land ist. Zu Beginn ist Österreich umzingelt; und es liegt nördlich des Gebiets, das die größte Dichte an Versorgungszentren aufweist, des Balkans. Rußland und die Türkei wetteifern um diese Region, und die meisten italienischen Spieler machen den Fehler, Ihnen in den Rücken zu fallen, um sich, wenn Sie ins Stocken geraten, ein Stück vom Kuchen zu sichern. So steht Österreich auf wackligen Beinen. Von Beginn an werden Sie dort sein, wo der Kampf am heftigsten tobt. Sie werden alles auf eine Karte setzen müssen, um etwas für Ihr Land herauszuholen. So wie jedes Land auf dem Brett ist Österreich ein hartes Stück Arbeit. Um mit Österreich zu gewinnen, braucht es einen GUTEN Spieler. Er hat eine gewaltige diplomatische Leistung zu vollbringen. Stellung und Taktik haben im Falle Österreichs eine geringere Bedeutung als bei den übrigen Mächten. Alles hängt davon ab, ob Sie im richtigen Moment die richtigen Freunde haben.

Wenn Sie einen Schnitzer machen, auch nur einen kleinen, können Sie Ihr Testament machen, weil ein türkischer oder russischer Stratege Sie auffressen wird.

Das ist das eine. Andererseits müssen Sie wissen, daß nach ein oder zwei erfolgreichen Aktionen Ihre Chancen auf den Sieg in die Höhe schnellen. Wie bereits erwähnt, grenzt Österreich im Süden direkt an den Balkan, eine solide Ausgangsposition, um eine kriegsentscheidende Mittelspieloffensive zu planen.

DIE NACHBARN DES ERZHERZOGS

Deutschland

Deutschland wird selten angesprochen, wenn es um Österreich geht; ich denke, das ist ein großer Fehler. 99 Prozent aller Diplomacy-Spieler erkennen, daß Deutschland und Österreich sich nicht befehden sollten. Aber das reicht bei weitem nicht aus. Österreich und Deutschland müssen zum gegenseitigen Vorteil zusammenarbeiten. Sich gegenseitig nicht auf den Wecker zu gehen ist nicht genug, denn das kann versehentlich auch in die Hose gehen. Deshalb sollte Ihre erste Amtshandlung die Anbahnung guter Beziehungen mit Deutschland sein. Es wird nicht daran denken, Sie anzugreifen, doch es könnte sein, daß es überhaupt nicht an Sie denkt, was nicht viel besser wäre.

O.K., nun haben Sie dem deutschen Spieler die Augen geöffnet; nun sollte er Sie über jede wichtige Information in Kenntnis setzen, und alles, was Sie bedroht, sollte auch er als Bedrohung ansehen. Normalerweise bedeutet das, ihn zu ermutigen, mit der Flotte in Kiel nach Dänemark zu ziehen, um damit, falls nötig, Rußland aus Schweden zu verdrängen. Es ist mir immer gelungen, Deutschland davon zu überzeugen, wie unentbehrlich ich für sein Überleben bin. Und vergessen Sie nicht, daß auch er wichtig für Sie ist, wenngleich in geringerem Maße; verhindern Sie lediglich, daß Rußland in Deutschland Fuß faßt. Dies sollte nicht allzu schwierig sein, wenn Sie den Russen überreden, mit Ihnen gegen den Sultan vorzugehen.

Rußland

Nun kommen wir zur Schlüsselfrage für Österreich. Im Osten bilden Rußland, Österreich und die Türkei ein enges Dreieck. Einen davon brauchen Sie im Kampf gegen den anderen. Rußland sollte etwas leichter zu gewinnen sein als die Türkei. Mit Rußland den Balkan und die Türkei aufzuteilen wird Ihnen nicht wenig Kopfzerbrechen bereiten, doch meistens brechen die Feindseligkeiten aus, bevor es so weit kommt. Verhandeln Sie, wenn möglich, hart um Bulgarien. Bieten Sie Rußland die ganze Türkei für Bulgarien an, denn wenn Sie es kriegen, können Sie die Russen in Rumänien überraschen und dann weiter nach Sewastopol vorstoßen. Doch sollten Sie das im richtigen Augenblick tun: Wenn Sie Rußland zu früh angreifen, wird es Sie zusammen mit einer noch zappelnden Türkei ausradieren. Greifen Sie zu spät an, hat es vielleicht schon die nötigen Einheiten, um Sie abzuwehren.

Bieten Sie nach Beendigung des Bündnisses Rußland so etwas wie eine entmilitarisierte Türkei an. Alle Ihre Angebote an Rußland sollten glaubwürdig klingen, aber behalten Sie das wirkliche Ziel im Hinterkopf: Rußland muß der Knüppel sein, mit dem die Türkei in Schach gehalten wird. Lassen Sie sich nicht von einem günstigen Verlauf blenden. Sie haben wenig gewonnen, wenn der Süden tatsächlich zwischen Ihnen und Rußland aufgeteilt wird; was erreicht werden kann, ist eine schwache, kraftlose Türkei und ein sich verzettelndes, überengagiertes Rußland, das sich weiter ausgebreitet hat, als ihm gut tut.

Ich denke, mit Rußland ist es noch am ehesten möglich, die Türkei außer Gefecht zu setzen (über Italien sprechen wir später) und endgültig zu Fall zu bringen. Ein Bündnis mit Rußland bietet Ihnen ein großes Maß an Sicherheit und eine größere Kontrolle über den Balkan, als es ein Pakt mit der Türkei könnte.

Die Türkei

Alles, was über Rußland gesagt wurde, gilt in vielerlei Hinsicht auch für die Türkei. Das Hauptmotiv einer solchen Allianz ist eine gewisse Sicherheit sowie die Neutralisierung Rußlands, bis sich die Gelegenheit bietet, Ihren Bündnispartner zurückzudrängen.

Wie ich bereits sagte, ist dieses Bündnis schwerer aufrechtzuerhalten. Viele denken (und in der Regel zurecht), daß Österreich und die Türkei Todfeinde und nur schwer zu verkuppeln sind. Doch es ist möglich, und es passiert ständig. Doch wie mit Rußland ist dieses Bündnis nicht von langer Dauer. Sie müssen auf den richtigen Zeitpunkt warten - dann können Sie die Türkei sicher und wirksam ausschalten. Für gewöhnlich ist der Zeitpunkt dann gekommen, wenn die Türkei Sewastopol genommen hat (hoffentlich in einem Frühjahrszug). Dies ist eine gute Gelegenheit, ihm in den Rücken zu fallen. Indem Sie nun ein Versorgungszentrum von ihm erobern, kann der Türke keinen Gewinn aus seiner Eroberung ziehen. Rußland wird versuchen, Sewastopol zurückzuerobern und ihn dadurch weiter schwächen. Auch ist die Einheit weit der Heimat (außer es ist eine geleitete Armee). Sehen Sie, als Faustregel, die Eroberung Sewastopols als ein Signal an, die Seiten zu wechseln und die Türkei anzugreifen.

Auch das Bündnis mit der Türkei wird in der Frage der Aufteilung der Versorgungszentren einen schweren Stand haben. Sie werden z.B. beide Griechenland haben wollen. Überlassen Sie Griechenland besser nicht der Türkei. Wenn Sie es doch tun, ist das gleich eine ganz andere Situation. Bieten Sie ihr lieber Rumänien und Sewastopol an.

Haben Sie ein Auge darauf, was die Türkei aufbaut. Ermutigen Sie sie, Flotten zu bauen und damit in Richtung Italien zu segeln. Sobald Sie Rußland erledigt und St. Petersburg einer befreundeten westlichen Macht überlassen haben, sagen Sie ihm, daß Sie den Norden übernehmen. Welche Taktik sie auch anwenden, schicken Sie die türkischen Einheiten aufs Wasser, wo sie Sie nicht bedrohen und das eigene Territorium nicht verteidigen können. (Ebenso im Hinblick auf Rußland; obgleich, wenn es Ihnen nicht gelingt, Rußland dazu zu bringen, einige Flotten im Süden aufzubauen, ist er oder sie vielleicht Ihr kleiner Bruder oder Ihre Mutter, und in diesem Fall sollten Sie losschlagen, egal, was Sie gerade tun.)

Rußland und die Türkei

Es ist klar, was sie mit diesen beiden anstellen müssen. Einige Leute konzentrieren sich ganz darauf, Rußland und die Türkei in einen Krieg zu verwickeln. Das ist gut, aber Sie werden das nicht schaffen, ohne selbst in den Konflikt hineingezogen zu werden. Wenn Sie beide einfach nur zu einem Krieg anstiften, werden Sie entlarvt werden und als eine Art Schwächling dastehen. Suchen Sie sich einen aus, um mit ihm gegen den anderen Krieg zu führen, und dann ist es eine Frage des richtigen Zeitpunkts, wann Sie Ihrem Bündnispartner in den Rücken fallen. Sie sollten es (nur) dann tun, wenn der ursprüngliche Feind schwach ist, und eine andere Macht Ihnen beistehen kann (z.B. England gegen Rußland oder Italien gegen die Türkei). Aber seien Sie bereit, es zu tun.

Wie zu Beginn erklärt, muß Österreich zuerst sein eigenes Überleben sichern. Machen Sie es deshalb nicht einfach von Rußland oder der Türkei abhängig, in der Hoffnung, es wird schon gut werden. Beide werden oft versuchen, sich zu verbünden und Sie anzugreifen. Prüfen Sie sorgfältig die Noten, die sie Ihnen schreiben, und haben Sie keine Angst davor, am Anfang etwas hartleibig zu erscheinen. Wenn sie denken, daß Sie eine leichte Beute sind, könnten sie versucht sein, über Sie herzufallen. Erinnern Sie sie an Ihr Bündnis mit Deutschland, und an dessen Versprechen, Ihnen beizustehen (vor allem gegen Rußland). Hoffentlich ist dies mehr als nur eine Drohung und Deutschland erfüllt seine Verpflichtungen. Sagen Sie der Türkei, daß Italien irgendwann ein Lepanto ausprobieren wollte; ein Angriff auf Sie würde den grünen Flotten nur die Einfahrt ins östliche Mittelmeer erleichtern etc.

Hier gibt es einen Trick. Wenn Sie all das tun, ermutigen Sie damit nicht die Türkei und Rußland, sich zu verbünden? Vielleicht, wenn Sie es unterlassen, beharrlich mit beiden zu reden. Aber wenn Sie diese Drohungen und Warnungen mit ernsten Gesprächen über Bündnisse und der Erklärung verbinden, warum eine russisch-türkische Allianz keine Zukunft hat, so werden viele Spieler sich aufgrund menschlicher Schwäche lieber Ihnen anschließen, als sich eine blutige Nase zu holen.

Es gibt eine Menge Eröffnungen, die Österreichs Aufstellung so kompakt wie möglich erscheinen lassen wollen; sie werden demgemäß "Igel"-Eröffnungen genannt. Der wichtigste Teil jedes Igels ist, auf bestimmte Weise Diplomatie zu treiben. Es ist sinnlos, ein Spiel mit einer "widerborstigen" Eröffnung zu beginnen, wenn das Gleiche durch Diplomatie hätte erreicht werden können. Scheuen Sie sich also nicht, sich als Österreicher am Anfang dünnhäutig zu geben. Schließlich sind Sie, was ihre Abwehrkraft zu Beginn anbelangt, ziemlich dünnhäutig.

Italien

Bieten Sie Italien einen Neutralitätspakt an. Ich gehe gar nicht erst ausführlicher auf Angriffe auf Italien ein, denn diese sind meiner Ansicht nach genauso töricht wie Angriffe auf Deutschland. Wenn Sie Rußland und der Türkei den Rücken zuwenden, werden Sie niedergemacht. Die Invasion Italiens würde inkompetente russische und türkische Spieler erfordern (siehe auch: Wie Mutter und kleiner Bruder Billy Rußland und die Türkei spielen).

Aber Italien von Angriffen auf SIE abzuhalten ist schwieriger. Sie müssen es überzeugen, daß es dumm ist, sie anzugreifen. Sie haben eine Geheimwaffe in dieser Verhandlung: Sie haben recht. Sich gegen Österreich richtende italienische Eröffnungen enden unweigerlich mit einem russisch-türkischen Sturmangriff, der auch Italien überrollt. Machen Sie ihm klar, daß Sie das einzige Hindernis zwischen ihm und seiner totalen Vernichtung durch Rußland und die Türkei sind. Ist dies erreicht, versuchen Sie ihn zu einem sofortigen Lepanto-Angriff auf die Türkei zu bewegen. Wenn ein russisch-türkisches Bündnis zustande kommt, muß er das aus reiner Selbsterhaltung tun. Kommt es nicht zustande, locken Sie ihn mit der Aussicht auf reiche türkische Beute; wenn er sich schließlich dorthin begibt, werden Sie immer noch stark genug sein, ihn von dort zu vertreiben. Doch passen Sie auf, daß sich Italien nicht mit Rußland zusammenschließt, nachdem die Türkei zurückgedrängt wurde. Dies ist die größte Gefahr, die sich für Sie aus einem Zusammengehen mit Italien ergibt. Verhindern Sie eine allzu rege Kommunikation zwischen den beiden.

ERÖFFNUNGEN

Antideutsche Eröffnungen

Was, sind Sie blöd?

Anti-italienische Eröffnungen

Siehe "antideutsche Eröffnungen".

Ich bin der Meinung, daß Ihre einzige Chance in einer gegen Rußland oder die Türkei gerichteten Eröffnung besteht. Aber im Falle Österreichs, das so häufig so rasch zerschlagen wird, will die Eröffnung wohlüberlegt sein. Die meisten Spieler versuchen so flexibel wie möglich zu eröffnen und wenigstens zwei Versorgungszentren zu erobern. Schön. Doch bevor wir das tun, lassen Sie uns einen Blick auf eine Eröffnung werfen, die Sicherheit vor Stärke stellt, was vielleicht das Geheimrezept Österreichs ist.

F Tri-Ven
A Vie-Gal
A Bud-Ser

Diese Eröffnung wird "Doppelter Igel" oder so ähnlich genannt. Es ist auch egal, wie man sie nennt. Eines leistet sie in hervorragender Weise: Sie schützt vor einem russischen Einfall in Galizien und einem italienischen in Tirol und sichert Ihnen gleichzeitig Serbien. Der Nachteil ist, daß sie Griechenland dem Zugriff der Türkei aussetzt und überdies besonders gut geeignet ist, Italien zu verprellen - vor allen Dingen dann, wenn der Zug überraschend kommt. Das sich läßt sich aber, wenn Sie wollen, vermeiden. Wie wird Italien reagieren, wenn Sie ihm mitteilen, daß Sie nach Venedig zu ziehen gedenken? Und was wird Rußland in bezug auf Galizien sagen? Klären Sie das. Einer meiner Freunde schätzt besonders solche arrangierten Patts als ein Mittel, Sicherheit zu gewinnen und Irritationen zu vermeiden.

Wenn Sie eine absolut sichere Eröffnung wünschen - das ist eine.

Auf nach Griechenland

Der Marsch nach Griechenland ist die vermutlich beliebteste österreichische Eröffnung. Sie erreichen das nur, indem Sie mit der Flotte nach Albanien segeln und von Serbien aus den Zug dorthin unterstützen. Aber damit entblößen Sie sich gegen Italien. Es ist ein Risiko, und Sie können von Wien aus nach Triest gehen, um sich zu schützen. Aber Sie könnten ebenso gut nach Tirol ziehen, denn dorthin geht der Italiener, wenn er Sie bekriegen will. Vielleicht bringen Sie Deutschland dazu, Tirol zu blockieren. Das ist, im Falle eines russischen Angriffs, besser, weil die Armee in Wien verbleibt.

Vielleicht sollten Sie auch von Wien nach Galizien ziehen. Das schützt Sie vor Rußland. Ich mag diese Eröffnung:

A Vie-Gal
A Bud-Ser
F Tri-Alb

Wenn Sie für Griechenland und Serbien ein Risiko einzugehen bereit sind, dann ist das eine gute Eröffnung. Vielleicht können Sie ein Patt in Galizien oder Tirol o.ä. arrangieren.

Wenn Sie nach Griechenland gehen, öffnen Sie sich entweder gegenüber Italien oder Rußland. Sie können sich vielleicht gegen einen absichern, aber nicht gegen beide.

Die antirussische Eröffnung

Für mich ist die wichtigste antirussische Eröffnung die, bei der Budapest Wien beim Marsch nach Galizien unterstützt. Offenkundig nehmen Sie dabei keinerlei Rücksicht auf türkische Aktionen und werfen stattdessen alles gegen Rußland.

Die antitürkische Eröffnung

Der massive Marsch auf Griechenland ist im Prinzip gegen die Türkei gerichtet, doch in vielen Fällen stimmt das nicht wirklich. Andere offen antitürkische Züge richten sich im Herbst indirekt gegen Bulgarien, was russische Unterstützung erforderlich machen könnte. Ein Krieg gegen die Türkei ohne Hilfe Dritter ist in taktischer Hinsicht schwer möglich, weil das aggressivste, was Sie, wie gesagt, tun können, ist, sich nach Serbien und Griechenland zu begeben, was sowieso niemanden überraschen wird. Das soll Ihr Vorteil sein. Ob Sie es glauben oder nicht, es ist möglich, sich an die Türkei heranzuschleichen, und das einfach deshalb, weil Ihre Züge gegen sie derart offen erfolgen, daß sie auf eine seltsame Weise harmlos wirken. Fazit: Die Inbesitznahme Griechenlands ist, was Sie anstreben sollten.

Rumänien??

Haben Sie schon mal daran gedacht, nach Rumänien zu eröffnen? Ich glaube kaum. Denn wenn die Türkei das sieht, wird sie nur Rußland bei der Rückeroberung behilflich sein und unterdessen Griechenland besetzen.

Nun gut. Sie haben also Österreich bekommen und trauen sich nicht die Doppel-Igel-greift-alle-an-und-deckt-Ihren-Arsch-Eröffnung anzuwenden; dann sollten Griechenland einzunehmen suchen. Gebrauchen Sie die Armee in Wien dazu, einen eventuellen russischen oder italienischen Angriff abzuweisen.

Die "Ich bin friedlich"-Eröffnung

Für viele Mächte ist eine neutrale Eröffnung die beste Wahl. Warum sich von Anfang an verhaßt machen? Beim "roten Riesen" bedeutet das normalerweise, die Einheit in Wien oder Triest zu Hause zu lassen. Doch ist das kein gutes Zeichen. Glauben Sie bloß nicht, daß Sie auf dem Balkan mit Samthandschuhen operieren können und dann das Ende des Spiels erleben. Zocken Sie in Ihrer Eröffnung um Griechenland oder wählen Sie die kompakte Eröffnung, die Ihnen das Überleben um jeden Preis sichern soll. Österreich ist der "saubere" Weg verwehrt. Es muß sich abrackern und schmutzig machen, Hauen, Stechen und vor Vorrat nicht zurückschrecken, um aus der Lage, in die es gesetzt ist, das beste zu machen.

Seemacht

Ein Muß, wenn Sie leicht gewinnen wollen. Sie ist auch ein Luxus, die nur ein Könner von Diplomat zuwege bringt. Der Rest kämpft um kleine Gewinne oder Status quo, baut Armeen wie bescheuert. Versuchen Sie im geeigneten Zeitpunkt unauffällig eine zweite Flotte aufzubauen. Sie kann in einem engen Spiel alles entscheiden. Sie werden Sie in den meisten Fällen brauchen, um an Italien heranzukommen, und sie kann Ihnen auch gegen die Türkei wertvolle Dienste leisten.

Für Österreich ist es nicht leicht, Flotten zu bauen. Sie sind schwerfällig und fallen auf wie bunte Kühe, da gibt's nichts zu beschönigen. Aber wenn die Möglichkeit besteht, tun Sie's. Glauben Sie nicht, Sie könnten allein mit einer großen Armee gewinnen. Wenn es einen Schleichweg gibt, bauen Sie ein oder zwei Flotten schlüpfen Sie hindurch.

Das Mittelspiel

Sie haben ein frühes Ausscheiden durch die Hand Ihrer Nachbarn verhindert und erfreuen sich wachsender Stärke: Lenken Sie nun Ihren Blick gen Westen. Es ist jetzt Ihre Aufgabe, dort ein Kräftegleichgewicht herzustellen. Österreich kann bei Versorgungszentren schnell zweistellige Zahlen erreichen, aber Sie können auch rechts einer Pattlinie in eine festgefahrene, von Armeen überfüllte Stellung geraten, die zu durchbrechen unmöglich ist. In einer solchen Situation ist es wichtig, Deutschland, Frankreich und England in einer gewissen Balance zu halten, so daß sie nur schwer zueinander finden werden gegen Sie. Hier ist England der Schlüssel. Fällt England, werden Deutschland und Frankreich wenig Mühe haben, Ihre Ausbreitung zu stoppen. Aber wenn England noch mitmischt, werden sie Ihnen nicht alle Wege versperren können.

England am Leben zu erhalten ist in diesem Fall ein integraler Bestandteil von Österreichs Gewinnplan. Doch was auch immer geschieht: Es ist Ihr Ziel, im Westen Zwietracht zu säen. Spitzen Sie die Ohren und geben Sie den bedrängten Spielern im Westen geheime Ratschläge, ungeachtet Ihrer Freundschaft zu Deutschland.

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